· 

Vitamin D beim Pferd – warum Du es NICHT supplementieren solltest

Vitamin D ist eines der meistdiskutierten Mikronährstoffe – sowohl im Humanbereich als auch in der Pferdefütterung. Viele Produkte werben mit „Immunsystem“, „Knochenstärke“ und „Stoffwechseloptimierung“. Doch die Fakten zeigen eindeutig: Beim Pferd ist eine zusätzliche Gabe von Vitamin D nicht nur überflüssig, sondern kann bei falscher Dosierung sogar massiven Schaden anrichten.

Welche Aufgaben hat Vitamin D beim Pferd? 

Vitamin D übernimmt im Pferdekörper einige klar definierte, aber überschaubare Rollen:

  • Regulation des Calcium-Phosphor-Haushalts: Es steuert die Aufnahme von Calcium aus dem Darm sowie den Einbau in Knochen und Zähne.
  • Knochenstoffwechsel: Es unterstützt den Erhalt der Knochendichte – aber nur in Kombination mit ausreichender Bewegung und Sonnenlicht.
  • Modulation des Immunsystems: Vitamin D wirkt mit an der Steuerung bestimmter Abwehrmechanismen.

Wie produziert der Pferdekörper Vitamin D? 

Pferde können Vitamin D selbst herstellen, und zwar äußerst effizient:

 

1. UVB-Strahlung = natürliche Vitamin-D-Quelle 

Wenn UVB-Licht auf die Haut trifft, bildet der Körper aus Vorstufen das aktive Vitamin D.

Schon tägliche kurze Aufenthalte im Freien reichen aus – selbst an bedeckten Tagen.

 

2. Heu liefert ausreichend Vorstufen 

Auch über das Grundfutter nimmt das Pferd Vitamin-D-Vorstufen auf, vor allem über sonnengetrocknetes Heu.

 

3. Natürliche Regulation verhindert Mangel 

Der Organismus steuert die Vitamin-D-Produktion nach Bedarf.

Selbst wenn das Pferd den ganzen Sommer über in der Sonne steht, entsteht keine Überproduktion – der Körper regelt automatisch herunter.

Warum Vitamin-D-Supplemente beim Pferd überflüssig sind 

Die Fütterungspraxis zeigt klar:

Vitamin-D-Mängel sind beim Pferd extrem selten.

 

Warum?

  • Pferde stehen in der Regel regelmäßig im Freien. Schon wenig UVB-Licht sorgt für eine ausreichende Bildung.
  • Die Vorstufen aus dem Grundfutter reichen aus, um die Bildung im Körper zu unterstützen.
  • Der Bedarf des Pferdes ist vergleichsweise gering.

 

Solange ein Pferd nicht dauerhaft in einer komplett geschlossenen Stallanlage ohne Auslauf lebt (was in Österreich und Deutschland unüblich und tierschutzwidrig wäre), kommt es praktisch nicht zu Unterversorgung.

Warum Vitamin D zu supplementieren sogar SCHÄDLICH sein kann 

Und hier wird es ernst:

Vitamin D ist fettlöslich und wird im Körper gespeichert.

Das heißt: Zu viel davon wird nicht einfach ausgeschieden.

 

Eine Überversorgung kann zu:

  • Hypercalcämie (zu viel Calcium im Blut)
  • Nierenverkalkung
  • Schädigung von Herz und Gefäßen
  • Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Schwäche
  • Organversagen

führen.

 

Das ist keine Theorie – das ist vielfach dokumentiert.

 

Der kritische Punkt:

Viele Ergänzungsfuttermittel am Markt enthalten Vitamin D zusätzlich zu mineralisierten Müslis, wodurch Pferde schnell in den Bereich der Überversorgung rutschen.

 

Für Freizeitpferde ist das Risiko besonders hoch – sie haben einen geringen Bedarf, aber oft mehrere Produkte im Einsatz.

Vitamin D: Wann wäre ein Mangel denkbar? 

Nur in absoluten Ausnahmefällen:

  • Pferde in vollständiger Innenhaltung ohne Lichtzufuhr
  • Pferde mit schweren Lebererkrankungen, die die Aktivierung des Vitamins behindern
  • Tiere, die keine Heuqualität bekommen (z. B. bei Katastrophenfällen oder Notfütterung) 

In diesen Fällen wird jedoch nicht blind supplementiert, sondern ausschließlich:

  • per Blutbild festgestellt
  • tierärztlich überwacht behandelt

Bewusste Fütterung setzt hier auf Laborwerte – nicht auf pauschale Zusätze.

SOLO Zink
ab 37,90 € 25,27 € / kg
SOLO Selen
ab 44,90 € 29,93 € / kg
SOLO Muskel-Fit
ab 34,90 € 23,27 € / kg
SOLO Mangan
ab 44,90 € 29,93 € / kg
SOLO Kupfer
ab 44,90 € 29,93 € / kg
SOLO Grundstein Plus
ab 32,90 € 21,93 € / kg
SOLO Grundstein
ab 29,90 € 19,93 € / kg
PreBiotic B-Komplex
ab 44,90 € 29,93 € / kg

Was bedeutet das für eine artgerechte Fütterungsstrategie? 

Gut beraten ist, wer Vitamin D bewusst aus der Supplementierung herauslässt – genau wie seriöse Futtermittelhersteller es tun.

 

Der Fokus sollte stattdessen auf

  • hochwertigem Grundfutter
  • ausreichend tägliche Sonnen- und Frischluftzeit
  • zielgerichteten Spurenelementen wie Zink, Selen, Kupfer (z.B. mit Hilfe einer Heuanalyse)
  • bedarfsorientierter Protein- und Aminosäurenversorgung
  • guter Heuqualität

liegen.

 

Damit wird alles abgedeckt, was der Organismus braucht – ohne Risiko einer toxischen Belastung.

Fazit 

Vitamin D ist wichtig – aber nicht in Form einer Zusatzgabe. Der Pferdekörper ist darauf ausgelegt, es selbst zu bilden.

Solange ein Pferd regelmäßig draußen ist und normales Raufutter bekommt, ist der Bedarf gedeckt.

 

Eine zusätzliche Supplementierung bringt keinen Mehrwert, aber erhöht massiv das Risiko gesundheitlicher Schäden.