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Pferdefütterung im Frühjahr: Zwischen Stoffwechsel, Weide und Realität

Mit den ersten warmen Tagen beginnt für viele Pferdehalter eine herausfordernde Phase. Der Organismus des Pferdes stellt sich um: Fellwechsel, steigendes Futterangebot und veränderte Bewegungssituationen greifen ineinander. Genau hier passieren die meisten Fütterungsfehler – nicht aus Unwissenheit, sondern aus falscher Priorisierung.

 

Wer im Frühjahr nur ans Anweiden denkt, greift zu kurz. Der entscheidende Hebel liegt im Stoffwechsel.

 

Der Fellwechsel ist kein „kosmetisches Problem“

Der Fellwechsel gehört zu den energie- und nährstoffintensivsten Prozessen im gesamten Jahr. Der Körper produziert innerhalb weniger Wochen ein komplett neues Haarkleid – das bedeutet Zellneubildung, erhöhte Stoffwechselaktivität und gesteigerten Bedarf an Spurenelementen und Aminosäuren.

 

Viele Pferde zeigen in dieser Phase typische Symptome: Müdigkeit, Infektanfälligkeit, stumpfes Fell oder sogar Leistungsabfall. Das wird oft unterschätzt oder als „normal“ abgetan.

 

Die Realität ist: Der Organismus arbeitet am Limit.

 

Hier entscheidet sich, ob ein Pferd stabil durch den Frühling kommt oder ob sich erste Probleme entwickeln, die später im Jahr sichtbar werden.

Spurenelemente: Der limitierende Faktor im Frühjahr

Während Energie meist ausreichend vorhanden ist, liegt die Schwachstelle fast immer in der Mikronährstoffversorgung. Besonders kritisch sind Zink, Kupfer und Selen – zentrale Bausteine für Haut, Immunsystem und Stoffwechselprozesse.

 

Heu allein kann diesen Bedarf in den seltensten Fällen decken. Gleichzeitig sind viele klassische Mineralfutter schlecht verfügbar oder enthalten unnötige Füllstoffe.

 

Die Konsequenz: Der Körper muss mit einem Mangel arbeiten – und priorisiert. Fellwechsel, Entgiftung und Immunsystem konkurrieren um dieselben Ressourcen.


Besonders Zink, Kupfer und Selen spielen eine zentrale Rolle im Fellwechsel, im Immunsystem und in der Regeneration. Eine gezielte Ergänzung kann hier den Unterschied machen – nicht kurzfristig sichtbar, aber langfristig entscheidend für Gesundheit, Leistungsfähigkeit und ein stabiles Fundament im gesamten Stoffwechsel.

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Stoffwechsel entlasten statt „entgiften um jeden Preis“

Das Frühjahr wird oft mit Entgiftung gleichgesetzt. Der Begriff ist zwar populär, aber häufig falsch interpretiert.

 

Der Körper entgiftet nicht „plötzlich im Frühling“ – Leber, Niere und Darm arbeiten das ganze Jahr über. Was sich im Frühjahr verändert, ist die Belastung: Fellwechsel, frisches Gras, Zuckeraufnahme und Stoffwechselumstellung treffen gleichzeitig aufeinander.

 

Das Ziel sollte daher nicht sein, den Körper „anzuregen“, sondern ihn gezielt zu entlasten.

 

Eine sinnvolle Fütterungsstrategie setzt genau hier an: 

  • Unterstützung der Leberfunktion
  • Förderung der Ausscheidungsorgane
  • Stabilisierung des gesamten Stoffwechsels

 

Wichtig ist dabei: Qualität vor Aggressivität. Zu starke Maßnahmen können den Organismus zusätzlich stressen.


Ausgewählte Kräuter können dabei unterstützen, Leber und Ausscheidungsorgane in ihrer natürlichen Funktion zu begleiten und den Stoffwechsel zu stabilisieren. Eine durchdachte Kombination aus traditionell bewährten Pflanzen kann helfen, den Übergang in die Weidesaison deutlich harmonischer zu gestalten – ohne den Organismus zu überfordern.

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Frühlingskräuter: Sinnvoll eingesetzt statt blind gefüttert

Kräuter haben im Frühjahr eine lange Tradition – und das zurecht. Viele Pflanzen liefern sekundäre Pflanzenstoffe, die den Stoffwechsel unterstützen und den Organismus regulieren können.

 

Entscheidend ist jedoch die Zusammensetzung. Eine wahllose Mischung bringt wenig Mehrwert. Sinnvoll sind gezielt abgestimmte Kräuter, die:

  • den Stoffwechsel moderat aktivieren
  • die Verdauung unterstützen
  • die Umstellung auf die Weidesaison begleiten

Gerade in der Übergangsphase können solche Mischungen helfen, den Organismus sanft zu stabilisieren.


Hochwertige Kräutermischungen liefern eine Vielzahl sekundärer Pflanzenstoffe, die den Organismus in der Umstellungsphase begleiten können. Sie wirken nicht isoliert, sondern im Zusammenspiel – genau darin liegt ihre Stärke.

Richtig eingesetzt unterstützen sie den Stoffwechsel, fördern die Verdauung und tragen dazu bei, dass das Pferd ausgeglichener durch den Fellwechsel und den Start in die Weidesaison kommt.

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Energieangebot steigt – Stoffwechsel oft nicht bereit

Mit dem ersten Gras steigt die Energieaufnahme oft schneller als die Anpassungsfähigkeit des Stoffwechsels. Fruktanreiches Gras trifft auf einen Organismus, der noch im „Wintermodus“ arbeitet.

 

Das Risiko: Stoffwechselentgleisungen, Gewichtszunahme, Hufprobleme oder Verdauungsstörungen.

Deshalb ist es entscheidend, nicht nur die Futtermenge zu kontrollieren, sondern auch die Stoffwechselkapazität des Pferdes im Blick zu behalten.

Ein stabiler Stoffwechsel ist die Grundlage für alles Weitere.

Darmgesundheit: Der oft vergessene Schlüssel

Der Darm ist im Frühjahr weit mehr als nur ein Verdauungsorgan – er ist das zentrale Steuerungssystem für Gesundheit, Immunsystem und Stoffwechsel. Genau hier entstehen viele Probleme, die später fälschlicherweise anderen Ursachen zugeschrieben werden.

 

Mit Beginn der Weidesaison verändert sich die Futterzusammensetzung oft abrupt. Strukturreiches, trockenes Heu wird zunehmend durch frisches, wasserreiches Gras ersetzt. Gleichzeitig steigt die Aufnahme leicht verfügbarer Zucker und Eiweiße. Für die Darmflora bedeutet das eine massive Umstellung in kürzester Zeit.

 

Die Folge: Das empfindliche Gleichgewicht im Mikrobiom kann kippen.

 

Typische Anzeichen sind Kotwasser, weichere Äpfel, Blähungen oder eine allgemein instabile Verdauung. Doch die Auswirkungen gehen deutlich weiter. Ein gestörter Darm beeinflusst direkt das Immunsystem, da ein Großteil der Immunabwehr im Verdauungstrakt sitzt. Gleichzeitig kann die Nährstoffaufnahme beeinträchtigt werden – selbst bei eigentlich guter Fütterung.

 

Das bedeutet konkret: Auch wenn ausreichend Mineralstoffe und Nährstoffe zugeführt werden, kommen sie unter Umständen gar nicht dort an, wo sie gebraucht werden.

 

Besonders kritisch ist, dass viele Pferde bereits mit einer vorgeschädigten Darmflora aus dem Winter kommen. Wenig Bewegung, konserviertes Futter und teilweise hohe Kraftfuttergaben hinterlassen Spuren, die im Frühjahr sichtbar werden.

 

Deshalb sollte der Fokus nicht nur auf der Futterumstellung liegen, sondern gezielt auf der Stabilisierung des Darms.

 

Eine durchdachte Fütterung setzt hier auf mehrere Faktoren gleichzeitig: ausreichend Struktur, langsame Anpassung an frisches Gras und – wenn nötig – gezielte Unterstützung der Darmflora. Ziel ist es, die natürlichen Prozesse zu stabilisieren, anstatt nur Symptome zu behandeln.

 

Ein stabiler Darm ist kein „Nice-to-have“. Er ist die Voraussetzung dafür, dass Stoffwechsel, Immunsystem und Leistungsfähigkeit überhaupt funktionieren können.


Ein stabiler Darm ist die Grundlage für alles – von der Nährstoffaufnahme bis zum Immunsystem. Gerade im Frühjahr gerät dieses Gleichgewicht schnell aus der Balance.

Prebiotische Komponenten und ausgewählte Kräuter können die natürliche Darmflora gezielt unterstützen und helfen, die Verdauung zu stabilisieren. Entscheidend ist dabei eine schonende, kontinuierliche Unterstützung statt kurzfristiger „Schnelllösungen“.

Denn nur ein gesunder Darm kann Nährstoffe effizient verwerten und den Organismus nachhaltig entlasten.

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Fazit: Frühling ist Management, nicht nur Fütterung

Der Frühling ist die Phase, in der sich entscheidet, wie stabil ein Pferd durch das Jahr kommt. Wer hier strategisch vorgeht, reduziert Probleme im Sommer und Herbst erheblich.

 

Es geht nicht darum, möglichst viele Maßnahmen umzusetzen – sondern die richtigen.

  • Spurenelemente sichern
  • Stoffwechsel entlasten
  • Übergänge bewusst gestalten

Wer diese drei Faktoren im Griff hat, schafft die Basis für ein gesundes, leistungsfähiges Pferd.