Apfel – besonders leckerer Vitaminkick

Der Apfel ist eine der beliebtesten Obstsorten überhaupt. Zahlreiche Gerichte werden mit ihm zubereitet und auch als Zwischenmahlzeit ist der Apfel äußerst schmackhaft. Da sagen auch unsere vierbeinigen Freunde nicht „Nein“. Doch was steckt denn eigentlich drin im Apfel?

Äpfel sind reich an Vitaminen und Mineralstoffen und können bei Pferden ideal zur Rationsaufwertung genutzt werden. So enthalten 100g frischer Apfel durchschnittlich

122mg Kalium

7mg Kalzium

6mg Magnesium

0,5mg Eisen

6µg Vitamin A

0,04mg Vitamin B1

0,03mg Vitamin B2

0,3mg Niacin

0,1mg Vitamin B6

7,5µg Folsäure

12mg Vitamin C

0,5mg Vitamin E

Doch für viele Pferdebesitzer stellt die richtige Lagerung und regelmäßige Fütterung ein Problem dar, insbesondere die, die ihr Pferd in einem Einstellbetrieb stehen haben. Eine gute und dazu preisgünstige Alternative sind getrocknete Äpfel (Apfel-Chips). Sie sind einfach und platzsparend zu lagern und können bei Bedarf unter das Müsli gemischt bzw. als Bestandteil eines selbstgemischten Müslis verwendet werden. Bis 100g Apfel-Chips (entsprechen 1kg frischen Äpfeln)  können täglich bedenkenlos zu gefüttert werden.

 

Die Brennessel – geliebt und gehasst zugleich

Die Brennessel ist eine der ältesten Heil- und Nutzpflanzen überhaupt. Außer in der Antarktis, findet man sie auf der ganzen Welt. Ihren schlechten Ruf bekam sie durch ihre mit Brennflüssigkeit gefüllten Nesseln, die schon bei kleinster Berührung brechen und ihre Brennflüssigkeit in die entstandene Wunde abgeben. Diese besteht in der Hauptsache aus Kieselsäure (Siliziumdioxid).

Silizium wird für viele Aufgaben im  Organismus benötigt und muss immer wieder mit der Nahrung zugeführt werden. Aber nicht nur die Kieselsäure macht die Brennessel so wertvoll. Brennesseln besitzen einen hohen Anteil Flavonoide, welche die Zellen schützen und als Radikalfänger fungieren. Weiterhin enthält sie viele Vitalstoffe wie  Magnesium, Kalzium, Silizium, Eisen, Vitamin A und C (ca. 7x mehr als eine Orange) und sehr viel Eiweiß (in der Trockenmasse bis  40 % Eiweißanteil).

In der Pflanzenheilkunde wird die Brennessel aufgrund ihrer entzündungshemmenden, harntreibenden und Stoffwechsel anregenden Wirkungen gern  bei Harnwegserkrankungen, degenerativen Gelenkerkrankungen, Hauterkrankungen, Sommerekzem, Mauke,  Anämie,… eingesetzt.

Zudem stellt sie einen natürlichen Mineralstofflieferanten dar und kann gut bei Mineralstoffmangel oder zur täglichen Versorgung mit Mineralstoffen genutzt werden.

Als vorbeugende Maßnahme bei Sommerekzem empfiehlt es sich einige Wochen vor der Saison mit der Brennessel-Fütterung zu beginnen.

 

Der Frauenmantel…

…wird, wie der Name schon sagt, vorzugsweise in der Frauenheilkunde verwendet. Für Pferde kann er durch seine entkrampfende Wirkung zur Geburtserleichterung und zur besseren Heilung der Geburtswege eingesetzt werden. Zudem fördert er nach der Geburt des Fohlens die Milchbildung. Eine Frauenmantel-Kur kann bei trächtigen Stuten 2 Wochen vor dem Geburtstermin bis 3 Wochen danach verabreicht werden. Auch bei Gebärmutterentzündungen kann er unterstützend wirken. Aber der Frauenmantel ist noch sehr vielfältiger in seiner Wirkung. Er wirkt zusammenziehend, blutreinigend und juckreizmildernd und kann so bei Bindegewebsschwäche, Magen-Darmbeschwerden, leichten Durchfällen und Hauterkrankungen hilfreich sein. Äußerlich angewendet kann er bei eitrigen Wunden und Geschwüren die Heilung unterstützen.

 

Grünlippmuschel – nicht nur eine Delikatesse

Die Grünlippmuschel (Perna canaliculus) oder auch Grünschalmuschel genannt, ist ein wirksames Mittel zur Behandlung von degenerativen Gelenkerkrankungen (z.B. Arthrose), kann aber auch wirksam zur Vorbeugung genutzt werden. Forscher entdeckten, dass die Ureinwohner Neuseelands (Maori), welche in Küstennähe siedeln, auch im hohen Alter an so gut wie keinen degenerativen Gelenkerkrankungen leiden. Bei der Ursachenforschung stieß man auf die Grünlippmuschel, die ein wichtiger Nahrungsbestandteil der Maori ist.

Die Grünlippmuschel enthält Mineralstoffe, Omega-3-Fettsäuren, Lipide, Vitamine, Aminosäuren und Glykosaminoglykane, welchen aufbauende, schmerzlindernde, entzündungshemmende, gelenkschmierende und knorpelschützende Eigenschaften zugeschrieben werden.

In einer 6-monatigen Studie der tierärztlichen Fakultät der Uni München konnte festgestellt werden, dass bei einer täglichen Dosis von 6g Grünlippmuschel-Extrakt die Lahmheiten von Pferden mit degenerativen Gelenkerkrankungen (röntgenologisch darstellbar) deutlich zurück gingen. Einige Pferde waren sogar Lahmheitsfrei.

 

Ingwer – die tolle Knolle

Ingwer ( Zingiber officinale) ist der Menschheit schon sehr lange als wirksames Heilmittel gegen allerlei Beschwerden bekannt, doch den Durchbruch auch in der alternativen Behandlung von Pferden, schaffte er erst vor etwa einem Jahrzehnt als australische Wissenschaftler die entzündungshemmende Wirkung an Ratten belegten.

Ingwer wirkt vor allem entzündungshemmend und daraus folgend schmerzlindernd. So wird er vorrangig bei Gelenkentzündungen, Arthrose, Hufrolle, Hufrehe, Spat… angewendet.

Hierbei wirkt er ganz klassisch wie die Schulmedizin. Bestimmte Inhaltsstoffe (Gingerole und Shogaole) des Ingwers wirken wie die üblichen nichtsteroidalen Entzündungshemmer und bekämpfen so effektiv die Entzündung. Die schmerzlindernde Wirkung entsteht also in erster Linie durch die Bekämpfung der Ursache, nämlich der Entzündung.

Großer Vorteil des Ingwers liegt darin, dass er nur sehr wenige Nebenwirkungen zeigt, insbesondere im Vergleich zu den nichtsteroidalen Entzündungshemmern, die die Organe schon nach kurzer Zeit angreifen und somit nur sehr zeitlich begrenzt eingesetzt werden können.

Nebenwirkungen des Ingwers können in erster Linie Speiseröhren- und Magenschleimhaut-entzündungen sein, deshalb sollte Ingwer immer in eingeweichten Heucobs oder im Mash verfüttert werden, um die reizende Wirkung der Scharfstoffe zu mildern.

Jeder Pferdebesitzer, der Ingwer anwenden möchte, ob nur kurzfristig als Notfallmedizin oder als Langzeittherapie, sollte die Problematik ausführlich mit seinem Tierarzt besprechen und die Risiken abwägen.

Bei der Anwendung von Ingwer als alternative Behandlungsmethode ist vor allem der Gingerolgehalt zu beachten. Dieser sollte mindestens 2% betragen und mit der Hochdruckflüssigchromatografie (HPLC) ermittelt worden sein, damit der Ingwer auch als Entzündungshemmer eingesetzt werden kann. Afrikanischer Ingwer bewies sich als beste Wahl. Weiterhin sollte immer getrockneter Ingwer verwendet werden, da frischer Ingwer bis zu 85% Wasser enthält und die zu fütternden Mengen entsprechend nach oben korrigiert werden müssten, um eine entzündungshemmende Wirkung zu erzielen.

Auch Kombipräparate, wie Mischungen mit Grünlippmuschel und/oder Teufelskralle  erwiesen sich in der Langzeittherapie als äußerst hilfreich und effektiv in der Bekämpfung von schmerzhaften Gelenkentzündungen.

Abschließend kann gesagt werden, dass Ingwer eine sehr gute Alternative zu der Schulmedizin darstellt und bislang großartige Erfolge erzielt werden konnten.

 

Mönchspfeffer – alles andere als ein Scharfmacher

Wie der Name schon verrät, wurde der Mönchspfeffer früher den Mönchen und Nonnen gegeben, um ihnen zu helfen ihrem Keuchheitsgelöbnis treu zu bleiben.

In der Pferdefütterung kann Mönchspfeffer den Hormonhaushalt regulieren und bei stark rossigen Stuten, dauerrossigen Stuten, „hengstigen“ Wallachen und sehr triebigen Hengsten helfen.

Nach neuesten Erkenntnissen kann Mönchspfeffer außerdem bei Cushing-Syndrom Abhilfe schaffen, da er die Hormonproduktion der Hypophyse reguliert.

Zu beachten ist, dass Mönchspfeffer erst nach längerer Anwendung (4-8 Wochen) und entsprechender Dosierung seine Wirkung zeigt und somit nur als Langzeittherapie wirklich nützlich ist.

 

Schwarzkümmel – kleiner Samen große Wirkung

Der Schwarzkümmel war schon bei den alten Ägyptern als wirksames Heilmittel gegen allerlei Beschwerden bekannt und wird auch heute noch in der Naturheilkunde des Orients gern angewendet.

Schwarzkümmel hilft bei Asthma, Keuchhusten, Allergien, Immunschwäche, Photosensibilität, wirkt blutdrucksenkend und stoffwechselstabilisierend, verhindert Thrombosen und Krankheiten, verbessert die Milchqualität, beschleunigt die Wundheilung und fördert die Zellerneuerung. Er ist reich an mehrfach ungesättigten Fettsäuren, B-Vitaminen und Folsäure.

Schwarzkümmel wird in verschiedenen Darreichungsformen angeboten:

  • Schwarzkümmelsaat
  • Schwarzkümmelöl
  • Schwarzkümmelpellets/ -granulat/ -schrot

Schwarzkümmelöl kann auch äußerlich angewendet werden. So hilft es gegen Parasiten, Bakterien und Pilze.

Zur Fellpflege:

  • ein paar Tropfen Schwarzkümmelöl mit einem viertel Liter Wasser vermischen und gleichmäßig aufsprühen oder mit einem Tuchauftragen.

Wundheilung, Hautentzündungen, Ekzeme, Gelenkentzündungen und Mauke:

  • Schwarzkümmelöl mit einem fusselfreien Tuch oder besser einer sterilen Kompresse vorsichtig einmassieren (Nicht bei offenen Wunden anwenden!)

Bakterien- und Pilzbelastung im Heu verringern:

  • ein paar Tropfen Schwarzkümmelöl mit Wasser vermischen und das Heu damit befeuchten

 

Seealge – natürliche Mineralstoffversorgung mal ganz anders

Wer auf synthetische Zusatzfuttermittel verzichten möchte, steht oft vor dem Problem der ausreichenden Mineralstoffversorgung.

Die Seealge (Ascophyllum Nodosum) bietet eine hervorragende Alternative.

Ascophyllum Nodosum (auch Knotentang genannt) gehört zu den Braunalgen und kommt hauptsächlich im Nordatlantik, der Nord- und Ostsee vor. Algen schöpfen einen unvergleichlichen Reichtum an Mineralien wie Natrium, Kalzium, Magnesium, Chlor, Schwefel, Phosphor, Jod, Eisen, Zink, Kupfer, Fluor, Mangan, Kobalt und Selen. Braunalgen bestehen zu 36% i.d.TM aus Mineralien, wobei der Proteingehalt mit 5-11% sehr gering ausfällt. Auch der Vitamingehalt der Seealge ist nicht zu verachten, vor allem wegen seiner vorbildlichen Ausgewogenheit. Sie enthält viele B-Vitamine (vor allem B2, B3, B12), Vitamin C (nur für alte/kranke Pferde wichtig) und sehr viel β-Carotin (Provitamin A = Vorstufe von Vitamin A).

Somit kann eine Mineralstoffversorgung mit der Seealge durchaus sinnvoll sein, um Mangelerscheinungen vorzubeugen oder gar zu beheben.

 

Die Süßholzwurzel – lecker und heilsam zugleich

Die Süßholzwurzel (Glycyrrhiza glabra) ist schon seit vielen Jahrtausenden bekannt und wurde schon im Altertum als Grundstoff für Süßigkeiten (Lackritz) und für heilende Erkältungs- und Magentees genutzt. Inzwischen sind über 400 Inhaltsstoffe bekannt, welche unter anderem bei Erkrankungen der Atemwege (Husten, Bronchialkatarrh, Asthma), Magenschleimhautentzündungen und Magengeschwüren helfen können. Weiterhin wurde entdeckt, dass die Süßholzwurzel gegen Herpesinfektionen (oft tödlicher Verlauf) wirkt und auch Headshaking positiv beeinflusst.

Wirklich eine beeindruckende Pflanze (Arzneipflanze 2012), die nicht nur eine heilende Wirkung hat, sondern auch besonders gut schmeckt. Das wiederum liegt am enthaltenen Glycyrhizin, welches 50mal süßer ist als Rohrzucker. Somit ist sie durchaus eine Medizin, die jeder gern einnimmt, besonders unsere Vierbeinigen Lieblinge.

Doch viel hilft nicht immer viel! Die Süssholzwurzel sollte nur in Maßen (2-4g pro 100kg Körpergewicht) und nicht länger als 6 Wochen verfüttert werden. Die Inhaltsstoffe wirken auf das Hormonsystem, den Elektrolythaushalt (erhöht die Kaliumausscheidung)und bestimmte Medikamente. So sollten Pferde mit Herzleiden, Nierenerkrankungen und Stoffwechselstörungen auf die Einnahme verzichten und eine andere Heilpflanze vorziehen.

Den Kaliumverlust kann man durch eine Banane oder ein paar Äpfel täglich wieder ausgleichen.

 

Die Teufelskralle (Harpagophytum procumbens)

...wächst hauptsächlich in der Kalahari-Wüste (Afrika) und wird dort traditionell als Heilpflanze eingesetzt. Durch ihre entzündungshemmenden, schmerzlindernden und knorpelschützenden Eigenschaften wird sie vornehmlich in der Behandlung degenerativer Gelenkerkrankungen eigesetzt. Wie bei vielen anderen Heilpflanzen tritt die Wirkung mit zeitlicher Verzögerung ein und sollte deshalb als Langzeittherapie angewendet werden.

Untersuchungen ergaben, dass die Wirkung der Teufelskralle durchaus mit der von Cortison und Phenylbutazon vergleichbar ist (sogar besser), allerdings ohne die entsprechenden Nebenwirkungen.

Ebenso unterstützt sie den Stoffwechsel und wird bei Leber-, Nieren- und Blasenleiden eingesetzt. Durch ihre sekretionsfördernden und Gebärmutterstimulierenden Eigenschaften sollte die Teufelskralle aber nicht bei bestehenden Magen-Darmschleimhautentzündungen/Magengeschwüren und in der Trächtigkeit eingesetzt werden.

 

Die Weidenrinde (Salicis cortex)

...ist eine der bekanntesten schmerzlindernden Heilpflanzen, welche schon vor Jahrhunderten zur Behandlung von Fieber, Entzündungen und Schmerzen eingesetzt wurde. Hauptwirkstoff ist das Salicin, welches sich in synthetischer Form (Acetylsalicylsäure) in zahlreichen Medikamenten (z.B. Aspirin) wieder findet.  In der Phytotherapie wird sie vornehmlich bei fieberhaften Erkrankungen, rheumatischen Beschwerden und schmerzhaften Erkrankungen des Bewegungsapparates eingesetzt. Zudem fördert sie die Harnsäureausscheidung. (Zu viel Harnsäure ist mitverantwortlich für Entzündungsreaktionen in den Gelenken.)

 

Quellen und weiterführende Links:

www.gesundheit.gv.at

www.vet-magazin.com

www.pferdefutter-beratung.de

www.gesund.co.at

www.vetmed.uni-muenchen.de

www.lohmann-information.com

www.tiermedizinportal.de

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