Blutanalysen vs. Heuanalysen - den Versorgungsstatus sicher feststellen

 

In Futterberatungen und Gesprächen werde ich immer wieder mit (angeblichen) Spurenelementmängeln konfrontiert, die Anhand von Blutanalysen festgestellt wurden. Blutanalysen werden von einigen Pferdebesitzern sogar mehrmals im Jahr gemacht, um festzustellen wie gut oder schlecht das Pferd mit Mineralstoffen und Spurenelementen versorgt ist.

 

Nun ist es aber so, dass Blutanalysen lediglich Momentaufnahmen und das Blut nur der Transportweg sind und kaum Aufschluss darüber geben können, wie gut oder schlecht ein Pferd über das Grundfutter mit Mineralstoffen und Spurenelementen versorgt sind. Denn bereits ein paar Minuten nach der Blutentnahme kann das Bild schon ganz anders aussehen und was in den Zellen bereits angekommen ist, kann man so auch nicht bestimmen. Empfohlen werden solche Blutanalysen gern von Tierärzten und aus Tierärztesicht kann ich das sogar verstehen, denn sie wissen sich nicht anders zu helfen und verdienen mit anderen Empfehlungen kein Geld.

 

An dieser Stelle sei gesagt, dass ich nicht alle Tierärzte über einen Kamm scheren möchte! Es gibt durchaus sehr kompetente Tierärzte, die Blutbilder zu bewerten wissen und sich auch in Sachen Fütterung weitergebildet haben.

 

Ebenfalls begegnet mir oft das Argument, dass im Heu ja nichts mehr drin wäre und man sowieso ein Mineralfutter füttern müsse. Angeschürt wird dieses fehlerhafte Denken durch Empfehlungen in diversen Büchern über Pferdefütterung.

 

Beide Methoden führen zu einer chronischen Überversorgung. Denn oft wird nicht nur ein Standardmineralfutter gefüttert, sondern zusätzlich noch ein hochdosiertes Spurenelementpräparat (es wurde ja im Blut ein „Mangel“ festgestellt) und wenn´s ganz schlecht läuft noch ein voll vitaminisiertes und mineralisiertes Müsli, denn hier wird die Zusatzstoffliste gern komplett ignoriert. Auch seitens der Tierärzte gibt es oft Empfehlungen zu hochdosierten Spurenelementpräparaten ohne, dass sich auch nur ansatzweise mit der Frage beschäftigt würde, was das Pferd denn außer Heu sonst noch zu fressen bekommt. Die Folge sind Pferde, die trotz der scheinbar perfekten Versorgung schlapp und müde sind, der Fellwechsel nicht optimal funktioniert, Stoffwechselprobleme entwickeln, erhöhte Leber- und Nierenwerte aufweisen, Infektanfällig werden, Kreislaufschwierigkeiten haben, … die Liste ist scheinbar unendlich lang.

 

Durch diese Vorgehensweise werden unsere Pferde krank gefüttert.

 

Der einzig sinnvolle Weg ist eine Heuanalyse. Richtig durchgeführt liefert sie einen guten Durchschnittswert mit dem man arbeiten kann. Denn Heu ist das täglich Brot unserer Pferde! Bei richtiger Fütterungspraktik fressen Großpferde bis zu 20kg Heu am Tag (z.B. im Winter), im Sommer, wenn keine Weide zur Verfügung steht, zwischen 10 und 15 kg pro Tag. Das ist eine ganze Menge!

 

Tatsächlich kommt es extrem selten vor, dass alle Nährstoffgehalte im Heu nicht ausreichen, um das Pferd zu versorgen. Meist sind es 0-3 Werte (zum Beispiel Kupfer, Selen und/oder Zink), die nicht ganz passen und gezielt ergänzt werden sollten. 


Die Monopräparate SOLO dienen der gezielten Ergänzung (idealerweise Anhand einer Heuanalyse) von Mineralstoffen und Spurenelementen. Sie enthalten Mineralstoffe und Spurenelemente in organisch gebundener Form für höchste Bioverfügbarkeit.

SOLO Kupfer
ab 29,90 €
SOLO Magnesium
ab 59,90 €
SOLO Mangan
ab 29,90 €
SOLO Selen
ab 29,90 €
SOLO Zink
ab 29,90 €

Um aussagekräftige Werte bei einer Heuanalyse zu bekommen, werden IMMER Mischproben angefertigt. Es reicht also nicht aus nur einem Ballen die Probe zu entnehmen.

 

Man nimmt aus möglichst vielen Ballen ca. ein halbes bis ein Kilogramm heraus (aus der Mitte, nicht vom Rand) und gibt die Proben in eine Schubkarre. Das ganze wird dann gut durchgemischt und etwa 1kg fürs Labor entnommen. Stammt das Heu von unterschiedlichen Wiesen und/oder Lieferanten bzw. von verschiedenen Schnitten werden die Proben anteilsmäßig entnommen. Dass heißt, werden zum Beispiel 1/3 selbst produziert und 2/3 kommen von einem Lieferanten, müssen auch 1/3 der Proben vom eigenen Heu und 2/3 der Proben vom anderen Lieferanten stammen. Selbiges gilt für Heu von unterschiedlichen Wiesen.

 

Die Heuanalyse kann nach der Ausschwitzphase, also 6-8 Wochen nach der Ernte bis ins Frühjahr hinein erfolgen. Sie muss allerdings jedes Jahr, also mit jeder neuen Ernte, neu durchgeführt werden, da viele Faktoren wie Vegetation, Witterung, Schnittzeitpunkt, Düngung, … die Nährstoffgehalte beeinflussen.

So kann es vorkommen, dass im heurigen Jahr die Zinkwerte passen, aber im nächsten Jahr zu wenig Zink im Heu enthalten ist, weil es zum Beispiel später geschnitten wurde.

 

Die bei der Heuanalyse ermittelten Durchschnittswerte sind vollkommen ausreichend, denn in der Natur bekommt das Pferd auch nicht täglich genau das in genau der Menge, was es (angeblich/ lt. GfE) braucht. Die Nährstoffwerte (Makro- als auch Mikronährstoffe) schwanken, je nach Tages- und Jahreszeit, Witterung und vorliegender Vegetation. Dafür hat die Evolution Regelmechanismen erfunden. Ist von einem oder mehrerer Nährstoffe mal zu viel vorhanden, werden sie gespeichert (zum Beispiel in der Leber) und in Zeiten, in denen weniger zur Verfügung steht, werden diese Reserven aktiviert. Darauf ist der Organismus eines Pferdes ausgerichtet und so funktioniert er auch am Besten.

 

Labore, die Heuanalysen durchführen sind zum Beispiel, die AGES in Österreich, die LUFA oder der LKV Sachsen in Deutschland.

 

Das mir bekannt günstigste Labor ist der LKV Sachsen. Hier kostet die Vollanalyse inkl. Zucker, Fruktan und Selen ca. 130€.

 

Das sind im Verhältnis relativ geringe Kosten, wenn man bedenkt, was Blutanalysen und sinnlos gefütterte Mineralfutter kosten. Zudem kann man sich die Kosten mit anderen Einstellern teilen, denn das Interesse, was im Heu enthalten ist, sollte bei jedem vorhanden sein, der sein Pferd artgerecht füttern möchte.

 

 

 

Hier ein Beispiel wie so eine Heuanalyse aussehen kann. 

 

Alle ermittelten Werte sind so völlig in Ordnung! Meine Pferde brauchen entsprechend keine Supplementierung eines oder mehrerer Mineralstoffe oder Spurenelemente. Sie sind sogar mit Selen chronisch überversorgt.

 

Meine Pferde bekommen Heu ad libitum und fressen ohne Weide deutlich mehr als 10kg Heu pro Tag.